Sardinien-Korsika-Sardinien-Sizilien

mit einem Zwischenstopp in Menorca nach Sardinien

Wir legen noch einen Zwischenstopp in Menorca ein um ein Wetterfenster nach Sardinien abzuwarten. Zwei Tage liegen wir in der Cala de ses Olles. Eine sehr kleine enge Bucht zwischen einigen mächtigen Felsen. Das Wetter ist aber so ruhig, dass wir keine Sorge haben zu nahe an die Felsen zu kommen.

Sardinien ruft

Am 29. Mai geht es dann los. Das Wetter ist in Ordnung, wenn auch mit Schwell aus Nord zu rechnen ist. Der Wind kommt aus WNW so ist es zumindest angekündigt. Wir rechnen mit Windstärke 5+. Wir sollten also flott vorankommen. Es wurden zum Teil 5-7 Windstärken und NW bis WNW. Nach 210 NM und 36 Stunden Fahrt ankern wir in der der Bucht der Isola Piana im absolut türkisen und ruhigen Wasser. Die letzten 10 Stunden hatten wir die Maschine mitlaufen da sich ein Unwetter aus dem Golf de Lion ankündigte. Sturmböen mit bis zu 9 Windstärken sollten es werden und da wollten wir rechtzeitig und geschützt vor Anker liegen.

Korsika – Stippvisite

Mit Bisi & Daniel von der SY Holiday, die wir das letzte Mal in den San Blas Inseln getroffen haben. Wir hatten damals gemeinsam mit Freunden Sylvester gefeiert, haben wir vereinbart uns in Korsika zu treffen. Sie wohnen jetzt da und haben das Segeln an den Nagel gehängt. Wir fahren also nach Propiano und werden in der Marina gleich herzlich in Empfang genommen. Wir werden chauffiert, gehen gemeinsam zum Abendessen. Sie leihen uns ihr Auto damit wir einkaufen gehen können. Super Service! Dankeschön, wir wurden so liebevoll behandelt, als wenn nicht ein Tag zwischen unserem letzten Wiedersehen vergangen wäre. Es war einfach nur so schön.

Wieder zurück nach Sardinien

Wir fahren an der korsischen Küste entlang und wollen uns Bonifatio ansehen. Es ist sehr Windig und sehr viele Segler und vor allem Motoryachten sind hier unterwegs. Die Einfahrt ist spektakulär. Leider ist es uns nicht vergönnt hier zu bleiben. Es ist einfach zu viel Trubel. So fahren wir nur hinein sehen uns um und fahren wieder raus. Wir finden schon ein Platzerl für die Nacht.

Wir retten Schiffbrüchige

In Spiaggia de la Sciumara treiben 3 Vorarlberger Jungs fleißig mit den Flipflops padelnd zu uns rüber und flehen uns um etwas Benzin für den Außenborder an. Natürlich bekommt ihr Benzin aber das kostet euch ein Bierchen. Was als Spaß gemeint war wurde ernst. Die Jungs kamen wirklich. Wir hatten einen lustigen Nachmittag bei uns im Cockpit und weil sie am nächsten Tag wieder heimwärts ziehen haben sie uns dann den ganzen restlichen Vorrat an Bier noch herübergebracht.  Danke Simon, Lorenz und Florian!

Als wir am nächsten Tag die nächste Bucht ansteuern und den Anker setzen, fahren die drei an uns vorbei in die Marina. Na so ein Zufall. Wir gehen noch gemeinsam Pizza essen und wünschen ihnen eine gute Heimreise.

La Maddalena – Cala Portese – Spiaggia I due Mari

Wir haben uns ein Ticket für knapp 50 € gelöst um für einen Tag in das Maddalena Archipel fahren zu dürfen. Naja, ehrlich gesagt ein Reinfall und nicht einmal 5 € wert. Mehr als 30 Schiffe und Platz haben hier vielleicht 20. Streitereien an den Bojen, Seegras in hohen Bergen am Strand und in der Bar wird man nicht besonders freundlich bedient. Das Restaurant soll gute Küche haben aber bei diesen Preisen essen wir am Schiff. Die kleinen Motorboote machen lautstark Musik und grölen, während sie sich betrinken, stundenlang herum. Wir sind enttäuscht und ziehen am nächsten morgen weiter. Wir hoffen, dass das Maddalena Archipel nicht überall so ist (glauben wir auch nicht unbedingt) aber in der Hochsaison haben wir hier nichts verloren. Naturschutzgebiet du tust uns leid.

Cala die Volpe an der Costa Smeralda

Ein ausgesprochen hübsches Plätzchen mit einem ausgewaschenen Stein der einen kleinen Elefanten darstellt. Hier sind riesige Bojenfelder für Megayachten. nach 2 Tagen geht es weiter.

Porto Rotondo

Wir ankern im geschützten Hafenbecken außerhalb der Marina in Spiaggia d.Ira. Wir fahren zum Einkaufen mit dem Dinghy in die Marina. Ein sehr gepflegter Ort. Die Gehwege sind mit Motiven von diversen Meeresbewohnern ausgesprochen schön gepflastert. Zwei Tage später wollen wir in der Marina noch Tanken aber da ein großer Katamaran an der Tankstelle liegt, der offensichtlich mit dem Tanken fertig ist, sich aber nicht wegbewegt weil er noch zum Einkaufen ist, reicht es uns nach 30 minütiger Wartezeit und Kreise drehen. Gehen wir wo anders hin tanken.

Tavolara

Ein herrlicher Ausblick auf einen unglaublichen Fels von einem Berg! Die Insel misst 6 Kilometer Länge 1 Kilometer Breite und der Punta Cannone, die höchste Erhebung ist 564m hoch.

Zum kleinsten Königreich der Welt zu reisen, das bedeutet es wenn man den Tavolara besucht. Es gibt natürlich keine offizielle rechtliche Anerkennung aber eine nette Geschichte dazu. Die Insel wurde im späten 18. Jahrhundert von Giuseppe Bertoleoni entdeckt, der sich selbst zum König proklamierte, seitdem wurde der Titel über die Jahrhunderte hinweg an die Nachkommen weitergegeben. Der Legende nach wurde Tavolara 1896 von Queen Victoria von Großbritannien besucht, heute jedoch sind die Bertoleonis Eigentümer von zwei Restaurants und einigen Häusern auf der Insel, während der Rest der Insel der Familie Marzano gehört und ein Teil Militärzone der NATO ist. Tavolara ist Heimat für viele Arten seltener Seevögel und, in der Vergangenheit. Mit anderen Worten, wenn man den Tavolara besucht könnte man meinen, sich an einem fabelartigen Ort zu befinden der die Einzigartigkeit Sardiniens nicht nur als Naturwunder zeigt sondern auch Legenden und Geschichten zu bieten hat.

Wir können hier leider nicht an Land gehen, da sich nach nur sehr kurzer Zeit der Wind gedreht hat und wir nun auflandig liegen.  Anker auf und in die Cala Girgolu.

Der Weg in den Süden

In Porto di Cala Gonone gehen wir Tanken. Hektisches Treiben und wildes herumgefuchtel an der Tankstelle. Nich einmal in Ruhe kann man hier ausparken, weil sich die Ausflugsboote immer wieder dazwischen quetschen. Naja, es gibt hier sehr viele Höhlen die offensichtlich von Unmengen an Touristen besucht werden und da brauchen die Ausflugsboote ständig Nachschub an Diesel. Wir kommen unbeschadet von der Tankstelle weg und setzen unseren Weg nach Süden fort.

Costa di Baunei

Wir finden hier ein Plätzchen um hier über Nacht zu bleiben. Es ist sehr rollig und zu all dem gibt es keinen Internetempfang um an Wetternachrichten zu kommen. Optisch ist es ein schöner Ankerplatz mit beeindruckenden hohen Felsformationen. Leider können wir nicht weiter in die Bucht fahren, obwohl es hier ruhiger und auch weniger tief (4-5m) wäre aber der Strand ist mit Bojen für Schwimmer verhängt. Wir liegen auf 11 m Wassertiefe auf Sand mit einigen kleinen Felsen gespickt.

Weiter nach Arbatax

Wir brechen schon um knapp nach 7 Uhr morgens auf. Schlafen können wir bei dem Schwell und Wind aus Ost sowieso nicht. Es sind nur 12 Seemeilen zu fahren aber wir brauchen dringend Schlaf. Die letzte Nacht war sehr ungemütlich.

Porto Corallo

Wir bekommen einen Platz in der kleinen Marina di Villaputzu. Es ist über Nacht ein starker Wind aus Ost angesagt (25kn) sind das wird an der Ostküste sehr unangenehm. Es gibt so gut wie keine geschützten Ankerplätze. Wir machen einen schönen Spaziergang zum Torre di Porto Corallo und anschließend zum Abendessen in das einzige Restaurant, die Pizzeria S’Allegusta e sa Cassola. Da Essen war gut und die Bedienung sehr freundlich.

Capo Carbonara / San Vito lo Capo

25,2 Seemeilen weiter liegt das nächste Ziel. Hinter der Ankerbucht liegt die Lagune wird nur durch einen schmalen Dünengürtel vom berühmten Strand Spiaggia di Porto Giunco getrennt. Das absolute Highlight sind die Rosaflamingos. Die Lagune ist flach und nährstoffreich, was sie zu einem perfekten Futterplatz macht. Die Lagune ist Meeresschutzgebiet und gehört zum Area Marina Protetta Capo Carbonara. Es gibt einen schönen Pfad hinauf zum Torre di Porto Giunco. Wir kamen um 16:25 an und haben den Anker auf 4,5m Sand gelegt.  Leider konnten wir auch diesmal nicht an Land gehen, denn am nächsten Morgen ging es schon wieder weiter.

Sizilien

Ciao Sardinien. Wir starten die Überfahrt nach SizilienEs liegen in etwa 170 Seemeilen vor uns. Die Wettervorhersage ist gut und der Wind ist mit uns. Anker auf um 06:00 Uhr früh. Es ist herrlich so in den Morgen zu starten. Den ersten Kaffe gibt es nach dem Anker aufholen und Segel setzen. Der Wind kommt aus WSW und wir fahren Schmetterling. Das ist das Schönste überhaupt. Im Groß haben wir das erste Reff eingebunden und der Wind blässt mit 10-14 kn. Wir müssen nach gut 2 Stunden den Schmetterling leider wieder abbauen. Die Welle passt nicht zum Wind. Es wird eine schöne ruhige Überfahrt so gegen 23:45 schläft der Wind ein und wir nehmen den Motor für den Vortrieb. Um 11:05 gehen wir in San Vito lo Capo nach 29 Stunden und 166,5 Seemeilen vor Anker. Wir sind in Sizilien und wieder einmal an einem rolligen Ankerplatz. Uije das wird nicht recht gemütlich.

Mondello

Gleich am nächsten Morgen geht es weiter nach Mondello. Mondello ist fast 30 Seemeilen entfernt und hoffentlich ein besserer Platz zum Übernachten. Das markanteste Wahrzeichen ist das riesige, gelbe Jugendstil-Gebäude, das mitten im Meer auf Stelzen steht. Die Bucht ist aber überfüllt mit Ausflugsbooten, lauter Musik und fröhlichen Urlaubern. Schön aber zu viel von allem hier. Es gibt hier in der Nähe das das Naturreservat Capo Gallo. Am Strand entlang zum nördlichen Ende (Richtung Leuchtturm). Hier soll es wesentlich weniger touristisch sein. Es gibt aber auch keine Sandstrände und keinen guten Ankergrund.

Nächster Halt Cefalù

Ja, es geht schon wieder weiter. 35 Seemeilen bis Cefalù. Das „Kronjuwel“ der sizilianischen Nordküste. Während Mondello der schicke Vorort von Palermo ist, fühlt sich Cefalù wie eine Zeitreise ins mittelalterliche Italien an. Zuerst gehen wir aber mal um Hafenbecken der Marina vor Anker. Schon am nächsten Morgen legen wir uns auf die andere Seite der Bucht. Der Wind steht direkt ins Hafenbecken. Wir müssen mal wieder an Land und Lebensmittel einkaufen. Abends sitzen wir in Porto Veccio am Piazza Marina im Restaurant zum Abendessen und erleben Das Fußball Duell zwischen Österreich gegen Holland und Österreich 3:2 gegen Holland gewinnt. Es sehr viele Holländer hier, die sehr enttäuscht sind. Wir wagen es nicht zu jubeln.

Punta Marinello / Tindari Oliveri

In Capo d‘ Orlando nach 35 Seemeilen machen wir einen Zwischenstop zum Diesel tanken.

18 Seemeilen weiter liegt der erste sichere und geschützte Ankerplatz hinter der Landzunge von Punta Marinello. 

Das Naturschutzgebiet (Riserva Naturale)

Seit 1998 ist das Gebiet geschützt. Es ist ein Paradies für:
Botaniker: Hier wachsen seltene Strandpflanzen, die salzhaltige Böden lieben.
Vogelbeobachter: Viele Zugvögel machen hier Station.
Schnorchler: Das Wasser am äußeren Rand der Landzunge ist kristallklar und bietet eine reiche Unterwasserwelt.

Hier machen wir einen Tag Pause. Das SUP wird zum ersten Max heuer aufgeblasen und ausprobiert. Leider ist zu wenig Luft im SUP, sodass ich nicht einmal aufstehen kann. Wird nach dem kurzen Ausflug aber gleich behoben. 

Die Legende der „Schwarzen Madonna“

Direkt über der Landzunge thront das imposante Heiligtum von Tindari. Die Legende besagt:

Eine Pilgerin betrachtete die Schwarze Madonna von Tindari und war enttäuscht von deren dunklem Antlitz. Als ihr Kind daraufhin ins Meer stürzte, soll sich das Meer zurückgezogen haben, um das Kind zu retten – so entstanden laut Legende die Sandbänke von Marinello.

Lange können wir uns nicht entspannen, denn wir werden von der Guardia Finanza kontrolliert. Das dauert gefühlt eine Ewigkeit. Was fehlt? Der Ausdruck der Versicherungspolizze. Die haben wir natürlich im E-Mail. Kein Problem aber der Drucker will nicht drucken. Die Kontrolleure sind sehr geduldig und weisen uns noch mal darauf hin, dass der Ausdruck Pflicht ist. Ja das wissen wir doch, haben es aber vergessen. Noch einmal gut ausschlafen und dann los.

Letzter Ankerplatz vor der Straße von Messina

Wir fahren bis zur Secca Rasocolmo was ca 29 Seemeilen von Tindari Oliveri entfernt liegt. Wir weden hier übernachten und haben dann bis zur Straße von Messina noch ca. 10 Seemeilen. Das Passt und um 07:20 morgens geht es dann zur Straße von Messina. Wir haben bis zu 9 Knoten Fahrt und damit ca. 2-3 Knoten mitlaufenden Strom. Es gibt viele Verwirbelungen aber keine Probleme. Der Wind kommt aus Nord mit ca 10 kn aber kaum sind wir durch die Meerenge durch geht der Wind auf 20 kn hoch. Klasse, so kommen wir gut voran. Nach 39 Seemeilen liegen wir vor dem Ort Bova Marina vor Anker.

An der Stiefelsohle entlang

Einen Tagesschlag nach Punta Stilo 49 Sm und den nächsten bis Crotone weitere 51,5 Sm. Wir bleiben immer nur zur Übernachtung vor Anker. In Crotone haben wir wieder aufgetankt und eine neue Wasserpumpe (Feedpumpe für den Wassermacher)  besorgt. Und schon geht es wieder weiter. St. Maria de Leuca liegt vor uns. Mehr als 70 Sm entfernt und durch den berüchtigten Golf von Tarent.

Ein altes Seemannssprichwort sagt: „Il Golfo di Squillace, dove il vento mai tace“ (Der Golf von Squillace, wo der Wind niemals schweigt). Dort können Fallböen aus den kalabrischen Bergen auch im Sommer für plötzliche Überraschungen sorgen.

Wir hatten einige Gewitter zu umfahren sowie einer Wasserhose ausweichen und haben zum Glück bevor das alles losging noch einen 8 kg schweren Thuna an der Angel.

Nächster Halt Griechenland – Bitte alle umsteigen!

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