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Wind of change in Porlamar

 

Wind of change in Porlamar! Schatten und Licht!

Ein Bericht der SY September veröffentlicht im TO (in de.) und im Caribean Compass (in engl.)

Venezuela liegt bekanntlich außerhalb des Hurrikangürtels und wird, nicht zuletzt wegen der günstigen Preise, von vielen Fahrtensegler angelaufen.

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Sowohl Segler die nur den Sommer hier verbringen als auch die die weiter nach Westen wollen finden in Porlamar den ersten Einklarierungshafen in diesem schönen Land.

In der Vergangenheit war die Anmeldeprozedur so kompliziert, dass man, so man der Landessprache nicht mächtig ist und viele Stunden auf Ämtern verbringen wollte, einen Agenten bemüht hat. Zu allem Überfluss musste man auch beim Wechsel des Bundesstaates ein und ausklarieren. In Porlamar hat sich hier Juan Baro „Marina Juan“ einen Namen gemacht. Er erledigte die Formalitäten, organisierte Einkaufstouren zu den großen Einkaufszentren (ab 2007 nur mehr ein Markt) und stand den Seglern für Rat und Tat zur Seite.

Die Regierung Chavez hat sich zum Ziel gesetzt diese administrative Hürde für Besucher zu minimieren. So wurde zu aller erst die nationale Klarierung abgeschafft. In Porlamar ist seit 2006 im Büro des Hafenkapitäns sowohl Customs als auch Immigration untergebracht sodass die Einklarierung problemlos selbst durchgeführt werden kann.

Hier sieht natürlich das Agentenwesen seine Finanzquellen bedroht. Im Falle Juans wird z.B. nach wie vor die nationale Klarierung verkauft. In Abstimmung mit anderen Agenten z.B. in Porto la Cruz und so funktioniert das Abzocken unwissender Segler hervorragend.

Aber Juan ist sich auch nicht zu schade, Seglern die nicht seine Dienste in Anspruch nehmen und so zu seinem Unterhalt beitragen Schwierigkeiten zu bereiten.

Als Beispiel war es im Oktober 2006 in den Supermärkten zu einer Knappheit an Bier gekommen (viele Segler die bunkern vor Ende der Hurrikansaison noch richtig voll. Wir gingen zur Brauerei und ließen uns für einige Schiffe eine Sammellieferung anliefern. Im Gegensatz zum Kauf in den von Juan angelaufenen Supermärkten hat er hier keine Beteiligung. Kaum war das Bier auf den Schiffen verstaut, macht der Zoll Kontrollen im Ankerfeld. Und wie der Zufall will, nur bei Schiffen die

• an der Bierlieferung beteilig waren
• Juan bekannt sind.

Herausgekommen ist nichts, ist ja auch nicht illegal. Aber ein paar Stunden Hektik die nicht nötig war. Und die ständige Frage von Juan wie viel man dem Zoll schmieren musste. (nur ein Schelm denk er wollte seinen Anteil feststellen).

2007 haben wir wieder selbst einklariert und 2 tage später wurden wir prompt von Juan zurechtgewiesen wir sollten doch das Paperwork bei ihm machen!

Kurz nach unserem Ausklarieren (natürlich selbst, da ein befreundetes spanisch sprechendes Schiff gleichzeitig mit uns abreiste) hatten wir wieder die (nun kostenpflichtige) Zollkontrolle an Bord.
Wir hatten 40.000,00 Bolivar (ca. 8 Euro) zu bezahlen – Belege gibt’s natürlich nicht. Erst 2 Tage später trafen wir ein südafrikanisches Schiff dem das gleiche Schicksal 200.000,- (40 Euro) wert sein musste.
Natürlich kann man da sagen ohne Belege kein Geld. Aber man darf nicht vergessen, dass wir in Südamerika sind und hier noch ganz andere Methoden der Geldbeschaffung üblich sind.

Nun zur positiven Seite in Porlamar:

Keine 200 m von „Marina Juan“ entfernt baut die „Rumbar“ einen neuen Steg. An diesem Steg soll in nächster Zukunft sogar Wasser und Strom zur Verfügung gestellt werden.
Die Wassertiefe beträgt hier ca. 2m und der Steg kann mit dem Schiff zwecks Wasserbunkern direkt angelaufen werden.

Bei Steg von „Marina Juan“ ist selbst mit dem Dinghy ein Blick in den Tidenkalender empfehlenswert.

Darüber hinaus gibt es bei der „Rumbar“ einige einfache Geschäfte. Hier bekommt man Brot, Getränke, Bier, Rum und andere Kleinigkeiten wie auch eine Möglichkeit Wäsche zu waschen.

Ebenfalls gibt es einen Tauchshop bei dem man auch Pressluftflaschen füllen kann.
Eine Reparaturwerkstätte für Aussenbordmotoren gibt es direkt nebenan und auch ein Canvas Shop liegt gleich daneben.

Restaurants gibt es entlang des Badestrandes. Sie sind günstig und qualitativ sehr gut. Zwei von Fischern betriebene Restaurants bieten frische Austern an. Eines der vielen Lokale ist ein peruanisches Restaurant in dem wir wiederholt ausgezeichnet gegessen haben. Die Restaurantöffnungszeiten richten sich nach dem Badetourismus.

Und dann gibt es natürlich auch noch die Rumbar. Es gibt täglich happy Hour und den besten Caipirina.

Weiteres findet man hier und im kleineren Umkreis Taxis.
Die Behörden sind auch nur einen Katzensprung entfernt und die Klarierung ist einfach.
Der Steg an der Rumbar ist 24 Stunden bewacht. Fernando schläft sogar am Steg (meistens Vormittags). Er spricht neben Spanisch auch Deutsch und Englisch.

Wir empfehlen hier anzulanden.

Insgesamt fällt auf, dass praktisch alle Dienstleister aus Porlamar (Bootsbauer, Segelmacher usw.) lieber den neuen Steg benutzen! Man ist also offensichtlich am richtigen Weg.

Man muss also keine Scheu haben die alten Bahnen zu verlassen (das haben wir auf unseren Booten ja sowieso schon gemacht) und sich dem Neueren zuwenden.

Die Taxipreise zu den Einkaufszentren SAMBIL, RATTAN und SIGO weichen nicht wesentlich von den Trinkgeldforderungen in den „kostenlosen“ Bussen ab.

Und die Erfahrung zeigt dass keine Zollprobleme hat wer nicht bei „Marina Juan“ bekannt ist.

Fair Winds
S.Y. September

In der Zwischenzeit hat sich bereits einiges geändert! Dieser Bericht wurde im Oktober 2006 niedergeschrieben.

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